Hessen braucht Bauland
Bauland-Offensive startet durch


Zwei Jahre nach ihrer Gründung kann die Bauland-Offensive Hessen (BOH) Erfolge verzeichnen. Die vom Land Hessen gegründete jüngste Tochter der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt erweist sich als wirk-sames Mittel gegen den akuten Wohnraummangel.

Bauland; (c)komi$arRund 500.000 Wohnungen müssten laut dem Darmstädter Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) bis 2040 in Hessen gebaut werden, um den Bedarf an Wohnraum zu decken. Genügend Bauland gibt es dafür jedoch nicht. 2017 hat das Land Hessen in Kooperation mit der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt sowie der Hessischen Landgesellschaft die Bauland-Offensive Hessen GmbH gegründet. Die BOH soll Kommunen dabei unterstützen, minder-genutzte oder brachliegende Flächen zu finden, deren Potenzial zu bewerten und diese später zu vermarkten.

Die Arbeit erfolgt in zwei Schritten. Zuerst zeigt die BOH wirtschaftliche tragfähige Nachnutzungsstrategien für diese Gebiete auf. Die zugrunde liegende Machbarkeitsstudie deckt im Wesentlichen vier große Bereiche ab: Grundlagenanalyse zu Strukturdaten, Standort und Markt, Bebauungskonzept, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Handlungsempfehlung. Auf dieser Basis entscheiden die Parlamente, ob und mit welchem Entwicklungsträger das Vorhaben weiter verfolgt wird. Im zweiten Schritt geht es dann um die konkrete Planung und Umsetzung bis hin zur Vermarktung. Entscheidet sich die Kommune für die BOH als Partner, wird sie Gesellschafterin der Bauland-Offensive, die wiederum als „Bauamt auf Zeit“ die Baulandentwicklung in Kooperation mit Entwicklungspartnern im Treuhandauftrag durchführt.

Rund zwei Jahre nach dem Start der BOH lässt sich eine positive Bilanz ziehen. Insgesamt 86 Anfragen aus 68 Kommunen liegen bislang vor, acht davon befin-den sich in der Vorprüfung, 15 Marktanalysen wurden bereits fertiggestellt, 22 sind in Bearbeitung. In 39 Fällen lohnte sich eine Begutachtung nicht, meist waren diese Flächen zu klein. Aktuell hat die BOH 375 Hektar Flächen in Begutachtung. Diese beinhalten 246 Hektar Nettobauland und 131 Hektar Wohnfläche. Letztere entspricht planerisch einem Potenzial für rund 12.700 Wohnungen.

Gregor Voss, Leiter Fachbereich Stadtentwicklung Süd der ProjektStadt, ist si-cher, dass in nahezu jeder Kommune potenzielles Bauland schlummert – egal, ob Ackerland, Bauerwartungsland, Industriebrachen oder Konversionsflächen. Man-gelnde Ressourcen und Erfahrungen in der Verwaltung, fehlende Kenntnis über geeignete Verfahren, komplizierte Eigentumsverhältnisse oder Zögern bei politi-schen Entscheidungsträgern verhindern aber oftmals ein aktives Vorgehen. „Genau an diesem Punkt setzt die Bauland-Offensive an“, so Voss. „Sie will bezahlbaren Wohnraum schaffen, Flächenpotenziale mobilisieren, deren Entwicklung be-schleunigen und etwaige Hemmnisse beseitigen. Für Kommunen ist das eine echte Win-Win-Situation.“

Aktuell sucht die BOH weitere externe Entwicklungspartner für die Baulandoffensive im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung. Die Ausschreibung finden Sie online.


Foto: © komi$ar

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