Jahreskongress des Bundesinstituts für Berufsbildung 2018
Berufsbildung muss Taktgeber für Arbeitswelt der Zukunft sein!

Bundesinstitut für BerufsbildungUnter dem Motto „Für die Zukunft lernen: Berufsbildung von morgen – Innovationen erleben“ diskutierten am 7. und 8. Juni 2018 in Berlin rund 900 Berufsbildungsexperten aus 25 Ländern in sechs Foren über die aktuellen Herausforderungen und Perspektiven der beruflichen Bildung.

Die Diskussionen auf dem Jahreskongress des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) haben gezeigt, dass die berufliche Bildung zum Teil neu gedacht werden muss, um die Zukunft erfolgreich zu meistern. Hierzu ist es erforderlich, attraktive und moderne Aus- und Fortbildungsberufe zu schaffen, die keine Zielgruppe ausgrenzen, die Aus- und Weiterbildung noch enger miteinander zu verzahnen und die Durchlässigkeit zwischen den Bildungssystemen weiter zu stärken. Gerade der Lernort Berufsschule müsse im digitalen Zeitalter noch mehr gestärkt werden.

Was bedeutet dies konkret für die Wohnungswirtschaft? Nach einer aktuellen Umfrage des GdW zur Personalentwicklung sind 28 Prozent aller Mitarbeiter älter als 56 Jahre. Auf Geschäftsführungs- und Vorstandsebene steigt dieser Prozentsatz sogar nochmals erheblich an. Das heißt, dass in den nächsten zehn Jahren mehr als ein Drittel der vorhandenen Stellen neu besetzt werden müsste. Aber wie kommt man zu jungen, motivierten Mitarbeitern und welche Voraussetzungen sollte ein Wohnungsunternehmen erfüllen, um als attraktiver Arbeitgeber zu gelten?

Diesen Fragen ging unter anderem Kim-Maureen Wiesner vom BiBB auf den Grund, die derzeit in einer wissenschaftlichen Studie die Attraktivität für einen post(hoch-)schulischen Bildungsweg untersucht. Demnach kommt für 28 Prozent der Studierenden, die einen Ausstieg erwägen, eine duale Ausbildung in Betracht. Wichtigstes Berufsziel ist – direkt nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und noch vor dem Gehalt (!) – die Arbeitsplatzsicherheit. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Unternehmensgröße. Bedingt durch die Anonymität der zumeist großen Hochschulen, bevorzugen viele Studienabbrecher enge Betreuungsverhältnisse, die vor allem mittlere, aber auch kleinere Betriebe bieten können. Auch hier zeigt sich der Wertewandel der Generationen Y und Z: Die Branche und der einzelne Arbeitgeber rücken bereits seit einigen Jahren immer mehr in den Fokus bei der Berufswahl, der Berufswunsch selbst wird oft sekundär.

Eine Lanze für Ausbildungspartnerschaften kleinerer und mittlerer Unternehmen brach auch Dr. Margit Ebbinghaus, ebenfalls vom BiBB, die anschaulich darlegte, dass eine Ausbildung im Verbund ein Konzept mit Potenzial und keine Notlösung ist. Ausbildungspartnerschaften hätten, so Ebbinghaus, ihr „Schattendasein“ nicht verdient. Vielmehr seien sie – bei allen verständlichen und nachvollziehbaren Vorbehalten seitens der Beteiligten – durch die Bündelung von Ressourcen, Kapazitäten und Kompetenzen eine nicht zu unterschätzende Chance für kleine und mittlere Betriebe, die Arbeitgeberattraktivität zu steigern und so die schwierige Ausbildungssituation zu entschärfen.
Betriebliche Ausbildungspartnerschaften

Foto: © Ralf Rühmeier

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Sabine Oefner

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