Baugenossenschaft Langen eG
Interviewveranstaltung „Stadt, Land, Frust“– Bezahlbares Wohnen in Langen

„Stadt, Land, Frust“ – die Vorstände der Baugenossenschaft Langen eG, Wolf-Bodo Friers und Stephan Langner, nahmen am 30. August 2018 die Einweihung der neuen aufgestockten Räumlichkeiten zum Anlass, über Hindernisse für bezahlbares Wohnen in Langen zu diskutieren. Die Reihen im großen Veranstaltungssaal waren gut gefüllt mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern der Stadt Langen, des VdW südwest und der Presse.

„Stadt, Land, Frust – was Wohnen in Langen so teuer macht“: Das Motto der Veranstaltung war Programm, denn Frust entsteht nicht nur bei Wohnungssuchenden, sondern auch bei denjenigen, die bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen. Kommunale Abgaben, einschränkende Stellplatzsatzungen, verschärfte Energiestandards, lange Genehmigungswege – die Ursachen für steigende Mietpreise sind vielfältig.
Die Einweihungsveranstaltung bot genügend Raum für Informationen, Fragen und Gespräche
Baugenossenschaft Langen
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© Tim Wegner | Baugenossenschaft Langen eG
„Wir stehen in den Startlöchern und wollen unser Grundstück am Steinberg bebauen, sind aber mit unserem Zeitplan bereits im Verzug und warten immer noch auf die Baugenehmigung. Wir werden ausgebremst“, so Friers. „Jede Verzögerung kostet Geld“, ergänzt sein Vorstandskollege Langner. „Die Baukosten sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, irgendwann kommen vielleicht noch Zinsänderungen auf uns zu – am Ende zahlt wieder der Mieter drauf.“

Zum Hintergrund: Am 7. Juni 2017 endete der von der Baugenossenschaft Langen eG ausgelobte Architektenwettbewerb mit dem Projektnamen „Steinberg leben. Unser Zuhause.“ Einstimmig fiel die Wahl des Preisgerichts, zu dem neben Mitarbeitern der Baugenossenschaft auch Vertreter der Stadt Langen sowie der Mieterschaft gehörten, auf den Entwurf des Frankfurter Architekturbüros Scheffler + Partner Architekten BDA für den ersten Platz. 86 bezahlbare Wohnungen unterschiedlicher Größe will die Baugenossenschaft am Steinberg bauen, für unter zehn Euro pro Quadratmeter.

Joost Reinke, Stadtverordneter in Langen, führte durch den Abend und interviewte die beiden Vorstände. In einem kleinen Quiz fragte er außerdem Kenntnisse zur Geschichte der Genossenschaft ab, hinterfragte Google-Bewertungen und bat um eine Stellungnahme zu alternativen Geschäftsmodell. Klar wurde: Bezahlbares Wohnen ist nicht nur für die Baugenossenschaft ein wichtiges Thema. Die Zusammenhänge der verschiedenen Vorgabe auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sind komplex. Nach einer guten Stunde wurde die Runde erweitert, sodass auch aus dem Publikum Fragen gestellt werden konnten.